Sexuell übertragbare Infektionen

HIV ist die bekannteste sexuell übertragbare Infektion (STI=sexually transmitted infection). Es gibt aber auch noch andere Geschlechts-krankheiten.

Hier finden Sie Informationen zu fünf der wichtigsten sexuell übertragenen Infektionen – den so genannten "Big Five".

Weitere ausführliche Informationen über andere Infektionen und die einzelnen  STI's finden Sie auf unserer speziellen Internetseite "Projekt Sicherheit" >>.


Allgemeine Infos

Symptome

Im Gegensatz zu einer HIV-Infektion, die meist viele Jahre ohne Anzeichen verläuft, zeigen andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) mehr oder weniger zuverlässig Symptome – meist im Intimbereich.

Typische Symptome, die auf eine STI hinweisen, sind:

  • Starker Juckreiz
  • Schmerzhafte oder schmerzlose Hautveränderungen wie Bläschen, Geschwüre, Hautausschläge oder Warzen
  • Brennende Schmerzen beim Wasserlösen
  • Trüber, eventuell eitriger und/oder übelriechender Ausfluss aus der Harnröhre, dem Anus oder der Scheide
  • Menstruationsunregelmässigkeiten (Zwischenblutungen, Schmierblutungen, übelriechende oder klumpige Blutung)

Was tun bei Symptomen

Wenn Symptome auftauchen, sollte zur medizinischen Abklärung und Behandlung ein Arzt / eine Ärztin kontaktiert werden.

Häufig verschwinden Symptome nach einigen Tagen wieder - die Infektion selbst bleibt aber bestehen. Das kann zu Spätfolgen führen und man ist zudem für Sexualpartner und -partnerinnen ansteckend. 

Behandlungsmöglichkeiten

Viele sexuell übertragbare Infektionen sind in der Regel gut behandelbar und auch heilbar.

Wichtig ist, bei den ersten Anzeichen zum Arzt / zur Ärztin zu gehen sowie Sexualpartner_innen mitzubehandeln, um eine erneute, gegenseitige Ansteckung zu vermeiden (Ping-Pong-Effekt).

 

Testempfehlungen

HIV sollte nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sowie im Rahmen von treuen Partnerschaften zur gegenseitigen Absicherung getestet >> werden.

Andere sexuell übertragbare Infektionen müssen grundsätzlich nicht routinemässig getestet werden. Allfällige Symptome sollten jedoch immer medizinisch abgeklärt werden. Das heisst: Bei Symptomen zum Arzt! (Hausarzt oder ein Spezialarzt für Gynäkologie, Urologie, Infektiologie oder Dermatologie).

Bei wechselnden Sexpartner_innen (mehr als 5 pro Jahr) kann ein jährlicher Check der „Big Five“ sinnvoll sein (siehe unten: HIV, Chlamydien, Tripper, Syphilis, wenn nicht geimpft auch Hepatitis B). 


HIV

Ansteckungswege

HIV ist - verglichen mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen - schwer übertragbar. Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Anal- und Vaginalverkehr übertragen und zwar auch ohne Samenerguss. Beim Oralverkehr besteht kein Risiko, solange man kein Blut oder Sperma in den Mund bekommt. Andere Ansteckungswege sind selten.

Häufig hört und liest man von der Ansteckungsgefahr über Blut. Dies kann beim intravenösen Drogenkonsum oder einer verunreinigten Blutkonserve geschehen. Ansonsten sind Ansteckungen beim Kontakt mit Blut praktisch ausgeschlossen, da die unverletzte Haut vor einer Übertragung schützt.

Unverletzt bedeutet, dass die Haut keine offensichtlichen und gröberen Verletzung aufweist (z.B. eine frische Schnittverletzung). Kleinere Schürfungen, eingerissene Nagelhäutchen oder bereits verheilte Wunden stellen für eine HIV-Ansteckung keine Gefahr dar.

Kein Ansteckungsrisiko besteht in folgenden Situationen: Küssen, gegenseitige Befriedigung mit den Händen, Kontakt mit HIV-positiven Menschen im Alltag.

Behandlung

In westlichen Industrieländern wie der Schweiz kann HIV zwar relativ gut behandelt, jedoch nicht geheilt werden. Es ist eine chronische Erkrankung, welche ohne medikamentöse Behandlung tödlich verlaufen kann.

Schutz

Safer Sex >> verhindert zuverlässig eine Ansteckung mit HIV. In einer stabilen, treuen Partnerschaft kann auf das Kondom verzichten werden, wenn beide Partner zur gegenseitigen Absicherung einen HIV-Test >> machen.

Mögliche Symptome

Eine HIV-Infektion verläuft häufig viele Jahre ohne jegliche Anzeichen. Nach einer Ansteckung kann es in den ersten 2-3 Wochen zu einer grippeähnlichen Erkrankung kommen. Darauf sollte man sich jedoch nicht verlassen oder zu sehr konzentrieren, da die Symptome sehr allgemein und unzuverlässig sind. 

Mehr zu HIV auf www.projekt-sicherheit.ch >>


Chlamydien

Ansteckungswege

Chlamydien übertragen sich bei allen sexuellen Kontakten (anal, vaginal, oral). Auch beim Küssen ist eine Übertragung möglich sowie beim intimen Körperkontakt (etwa Petting), über Schmierinfekte (beispielsweise gemeinsame Benutzung von Sexspielzeugen) und beim Kontakt mit Genitalsekreten.

Schutz

Kondome reduzieren das Risiko für eine Ansteckung mit Chlamydien, sie sind aber kein hundertprozentiger Schutz. Deshalb sollte man sich bei Symptomen zur medizinischen Abklärung und Behandlung immer an einen Arzt / eine Ärztin wenden.

Mögliche Symptome

  • Schmerzen beim Wasserlösen (Harnröhren-Entzündung)
  • Eitriger Ausfluss aus Penis, Anus oder Scheide
  • Halsschmerzen (nach Oralsex)
  • Schmerzen im Unterleib (bei Frauen)
  • Menstruationsunregelmässigkeiten

Symptome treten in der Regel ein bis drei Wochen nach einer Ansteckung auf. Eine Chlamydien-Infektion kann jedoch auch symptomlos verlaufen.

Mehr zu Chlamydien auf www.projekt-sicherheit.ch >>


Tripper/Gonorrhoe

Ansteckungswege

Gonokokken übertragen sich bei allen sexuellen Kontakten (anal, vaginal, oral). Auch beim Küssen ist eine Übertragung möglich sowie beim intimen Körperkontakt (beispielsweise Petting), über Schmierinfekte (etwa gemeinsame Benutzung von Sexspielzeugen) und beim Kontakt mit Genitalsekreten.

Mögliche Symptome

  • Eitriger, übelriechender Ausfluss aus Anus, Penis, Scheide
  • Brennen beim Wasserlösen
  • Rötung und Schwellung am Harnröhrenausgang
  • Schmerzen beim Stuhlgang oder passivem Analverkehr
  • Halsschmerzen, Rötung der Rachenwand nach Oralverkehr

Symptome treten in der Regel 2 bis 10 Tage nach einer Ansteckung auf.

Schutz

Kondome reduzieren das Risiko für eine Ansteckung mit Tripper, sie sind aber kein hundertprozentiger Schutz. Deshalb sollte man sich bei Symptomen zur medizinischen Abklärung und Behandlung an einen Arzt / eine Ärztin wenden. 

Mehr zu Tripper/Gonorrhoe auf www.projekt-sicherheit.ch >>


Syphilis

Ansteckungswege

Eine Übertragung geschieht beim Kontakt mit einer der infizierten Körperstellen. Dies ist bei allen sexuellen Kontakten (anal, vaginal, oral) auch beim Küssen sowie beim intimen Körperkontakt (beispielsweise Petting) möglich, über Schmierinfekte (etwa gemeinsame Benutzung von Sexspielzeugen) und beim Kontakt mit Genitalsekreten.

Mögliche Symptome

10 bis 21 Tage nach einer Ansteckung taucht häufig eine nicht schmerzende Wunde (Geschwür) an der Körperstelle der Ansteckung auf. Das Geschwür verschwindet nach einer gewissen Zeit von selbst.

Etwa 4-10 Wochen nach einer Ansteckung ist ein nicht juckender, trockener, manchmal schuppender Hautausschlag typisch, begleitet von unspezifischen Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen, Schweissausbrüchen in der Nacht und geschwollenen Lymphknoten.

Schutz

Kondome reduzieren das Risiko für eine Ansteckung mit Syphilis, sie sind jedoch kein hundertprozentiger Schutz. Deshalb sollte man sich bei Symptomen zur medizinischen Abklärung und Behandlung an einen Arzt / eine Ärztin wenden. 

Mehr zu Syphilis auf www.projekt-sicherheit.ch >>


Hepatitis B

Ansteckungswege

Das Hepatitis B-Virus überträgt sich bei allen sexuellen Kontakten (anal, vaginal, oral). Auch beim Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten oder über Schmierinfekte (etwa gemeinsame Benutzung von Sexspielzeugen) ist eine Übertragung möglich.

Weitere Übertragungswege sind: Unsauberes Tätowieren/Piercen oder der gemeinsame Gebrauch von Rasierklingen.

Mögliche Symptome

Anzeichen für eine Hepatitis B sind häufig unspezifisch: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit/Erbrechen, Fieber und werden deshalb oft nicht bemerkt (1-6 Monate  nach der Ansteckung). In rund einem Drittel der Fälle kommt es zu einer Gelbsucht mit dunklem Urin, hellem Stuhl, Gelbfärbung der Haut und Augen.

Schutz

Kondome beim Anal- und Vaginalverkehr reduzieren das Risiko einer Übertragung. Sie sind aber kein hundertprozentiger Schutz.

Gegen Hepatitis B gibt es eine Schutzimpfung. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt diese allen sexuell aktiven Personen.  

Mehr zu Hepatitis B auf www.projekt-sicherheit.ch >>